Vereinschronik 2010


                                        20. Januar 2010

Dubna – Stadt der Wissenschaft

                 Vortrag und Aussprache mit Prof. Dr. Dietmar Ebert, Physiker, Humboldt-Universität Berlin,                 ehem. Vize-Direktor des Vereinigten Instituts für Kernforschung Dubna/Russland (1989-1992)

Moderation: Prof. Dr. Horst Schützler


Kulturhaus der Wissenschaftler in Dubna

Prof. Dr. Ebert ist Physiker an der Humboldt-Universität und war von 1989 bis 1992 Vize-Direktor des Vereinigten Instituts für Kernforschung in Dubna/Sowjetunion bzw. Russland, in dem Wissenschaftler und Techniker der ehemaligen sozialistischen Länder eng zusammenarbeiteten und lebten. Auch heute leben und arbeiten dort Wissenschaftler aus 19 Ländern.

Ein hervorragender Fachmann und Insider kam zu Wort und zog die Zuhörer in seinen Bann – unterstützt durch anschauliches Bildmaterial. Prof. Ebert skizzierte laienverständlich den Weg der Atomforschung, stellte ihre Repräsentanten mit ihren Entdeckungen vor und brachte den Hörern die Stadt Dubna und das gerühmte, aber wenig bekannte Vereinigte Kernforschungsinstitut mit seinen Mitarbeitern nahe. Dabei gab er freimütigen Einblick in seinen Weg in die Naturwissenschaft, nach Dubna und schließlich in die dortige hohe Leitungsfunktion in der Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Auch die Lebensverhältnisse seiner Familie verdeutlichte er.
In der anschließenden Aussprache mit zuweilen philosophischen Fragestellungen wurden Gedanken und Meinungen ausgetauscht über den Wert und die Gefahren wissenschaftlicher Entdeckungen angesichts ihrer militärischen Verwertung, über die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft, über den Umgang von Menschen mit unterschiedlicher gesellschaftlicher und politischer Prägung, aber Gemeinsamkeiten im Berufsethos, über internationale Freundschaftsbeziehungen, die sich in einer gemeinsamen Arbeits- und Lebenswelt ergeben.
Prof. Ebert brachte seine Sympathie und Unterstützung für Vereine wie den unseren, die sich um Verständigung und Freundschaft bemühen, zum Ausdruck.

Die anregende Aussprache wurde nach offiziellem Schluss der Veranstaltung in individuellen Gesprächen fortgesetzt. Der Abend war ein sehr gelungener und anspruchsvoller Auftakt für das Jahr 2010.


                             



                                                 17. Februar 2010

Der Kalte Krieg
und die Rüstung in Ost und West

                     Vortrag und Aussprache mit Wolfgang Neidhardt, Generalleutnant a.D., leitende Funktionen im Ministerium für Nationale Verteidigung und stellv. Vorsitzender der Staatlichen Plankommission der DDR

 Moderation: Prof. Dr. Horst Schützler                                           

Hat sich der Osten Deutschlands totgerüstet? Welchen Sinn hatten die erheblichen Belastungen der DDR-Volkswirtschaft zur ökonomischen Sicherstellung der Landesverteidigung? Es ging um den Erhalt des Friedens, um nicht mehr und nicht weniger!

Von deutschem Boden sollte nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg nie wie Krieg ausgehen, darin waren sich die Deutschen in Ost und West einig. Trotzdem rüsteten beide Staaten auf. Warum? Sie waren Bündnispartner der zwei Hegemonialmächte in der Welt und hatten somit Verpflichtungen zu erfüllen.

Was kostete der Rüstungswettlauf den einzelnen Bürger in Ost und West? Generalleutnant Wolfgang Neidhardt gab zu diesen Fragen, gestützt auf  Fakten und reichlich Zahlenmaterial, überzeugende Antworten. Er hat gemeinsam mit Ludwig Marum eine Studie vorgelegt, die sich zwanzig Jahre nach der Auflösung der Blockkonfrontation mit den militärischen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen des Kalten Krieges in Ost und West befasst. Dabei gelang es ihnen, die Ursachen und den Mechanismus des Wettrüstens zu verdeutlichen.

Wolfgang Neidhardt erläuterte, dass die Rüstungspolitik in der DDR ein sehr komplexer Prozess war, der in engem Zusammenhang mit Politik und Wirtschaft stand. Als Mitglied der Kommission für Verteidigungsindustrie im Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe der sozialistischen Staaten war er kompetenter Ansprechpartner für die lebhafte Diskussion, die sich seinem Vortrag anschloss. In der Debatte hob er hervor, dass 90 Prozent der Rüstungsausgaben im Warschauer Vertrag die Sowjetunion trug. Letztendlich trugen es aber die Sowjetbürger.

     

     


19. Februar 2010

Unser Gruß den Vaterlandsverteidigern

Die Ehrung an den Gedenkstätten im Treptower Park und im Tiergarten zum Tag der Vaterlandsverteidiger, der offiziell am 23. Februar begangen wird, fand in diesem Jahr bereits am 19. Februar statt.

Unser Verein wurde vertreten durch unsere stellvertretende Vorsitzende Cilly Keller. Sie legte Gebinde mit unserer Schleife an den sowjetischen Ehrenmalen im Treptower Park und im Tiergarten nieder.

Unser Vorstandsmitglied Horst Herrmann schrieb im Namen des Freundeskreises Sowjetische Ehrenmale unseres Vereins zu diesem Anlass an den Verteidigungsattaché der Russischen Botschaft, Oberst i. G. Oleg Avrinskiy u. a. folgende Zeilen:

Sehr geehrter Herr Verteidigungsattaché,                                                                          

zum bevorstehenden Tag des Vaterlandsverteidigers übermittle ich Ihnen, Ihren Angehörigen und Ihren Mitarbeitern im Namen aller Mitglieder der überregionalen Arbeitsgemeinschaft Sowjetische Gräber und Ehrenmale in Deutschland herzliche Grüße sowie unsere besten Wünsche für persönliches Wohlergehen und viel Erfolg in Ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit.           

 

           

                                             13. März 2010                                               

Jahresmitgliederversammlung 2010

Es wurde folgende Erklärung verabschiedet:

Leitlinien des Vereins „Berliner Freunde der Völker Russlands   e. V.“ 

 Die „Berliner Freunde“ würdigen den 8. Mai zusammen mit dem 9. Mai als „Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg“ und als „Tag des Sieges der Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg“.

Es waren die Menschen und Völker der Sowjetunion, die sich und ihr Land vor Unterwerfung, Versklavung und Vernichtung bewahrten und retteten. Sie erbrachten immense Leistungen und Opfer zur Niederringung Hitlerdeutschlands und seiner Verbündeten, zur Rettung der Weltzivilisation vor dem Faschismus und seiner Barbarei. Sie erzwangen im Bündnis mit ihren Alliierten die Niederlage und bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands und das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und später in Asien. Das bedeutete Befreiung aus faschistischem Joch und öffnete den Weg zum Neubeginn, der in Ost und West sehr unterschiedlich beschritten wurde.

Der 65. Jahrestag der Sieges und der Befreiung ist für die „Berliner Freunde der Völker Russlands“ Anlass zur Erinnerung und zur Besinnung auf die Lehren des Krieges. Sie erfassen dieses Jubiläum als deutliche und dringliche Mahnung zu Frieden und Menschlichkeit in einer Welt, in der Kriege geführt werden und weitere drohen, Terrorismus die Menschen in Schrecken setzt und menschliche Not, menschliches Elend weltweit in Erscheinung tritt.

Für die „Berliner Freunde der Völker Russlands“ ergibt sich als Mahnung des Krieges, es nie wieder zu einer deutsch-russischen Konfrontation kommen zu lassen,  ein friedliches, kooperatives, ja freundschaftliches Verhältnis zwischen Deutschland und Russland zu pflegen, das seine Basis in stabilen demokratischen Verhältnissen in beiden Ländern findet.

Die „Berliner Freunde der Völker Russlands“ werden entsprechend ihren Möglichkeiten an einer würdigen Gestaltung des Jubiläums mitwirken.